Ausstellung · Godot Galéria
Verebics Ágnes
Verebics Ágnes: Wunderkammer
Eröffnung: am 20. November 2025 um 18 Uhr.
Eröffnet: Moskovics Judit, Investigativ-Journalist
Kurator: Nagy Nikolett Colette
Verebics Ágnes: Csürdöngölö Öl auf Leinwand 100 x 70 cm 2025.
Die „Wunderkammer”, also das Wunderzimmer, ist eines der ältesten menschlichen Versuche, die Welt zusammenzufassen: ein Ort, an dem Ordnung und Chaos, Natur und Fantasie aufeinandertreffen. Die Sammlung I. Ferdinánds aus Tirol im Ambras-Schloss im XVI. Jahrhundert spiegelte die besondere Weltsicht dieser Zeit wider: Präparate, deformierte Gebieter, Miniaturen aus Knochen und Korallen, behaarte Menschen, bizarr Erinnerungen und die Spuren unbekannter Körper. Verebics Ágnes eigene „Wunderkammer“ ist ein zeitgenössisches Spiegelbild – eine innere, psychische Sammlung, in der das Schreckliche und das Zerbrechliche, das Groteske und das Schöne gleichermaßen Platz finden.
Verebics Ágnes: Boszorkány, Öl auf Leinwand 70 x 70 cm 2025.
Die Ausstellung ist zugleich ein erweitertes Selbstporträt und ein Sammelzimmer. Verebics ist seit mehr als zwanzig Jahren ein leidenschaftlicher Flohmarktverkäufer: er sammelt Kuriositäten, kleine, vergessene Gegenstände, die sich anschließend in Gemälden, Skulpturen, Fäden und holzigen Objekten neu Leben einhauchen. Jedes Stück ist ein Fragment: Körperteil, Erinnerungssplitter, verlassener Teil, in dem sich persönliche und kollektive Mythologie vermischen.
Verebics Ágnesc: Csipke gallér Öl, Leinwand 90x90cm 2025.
In den Bildern und Objekten schwingt die dämonische, bestiale Seite des Menschen, jedoch niemals auf direktem Weg, sondern unter der Oberfläche. Der Horror tritt hier nicht zum Vorschein, sondern wird spürbar: er manifestiert sich als langsames Pulsieren aus Melancholie, Angst und nervöser Anspannung. Die Werke wecken in uns somit keinen Schrecken, sondern eine Art vertraute Unruhe – ein Gefühl, als würden wir auf unsere eigenen inneren Eigenheiten treffen.
In der Welt der Wunderkammer entsteht Ordnung aus Unordnung. Jede Kleinigkeit, jedes Haar, jedes Fragment ist eine mögliche Erinnerung, eine entfesselnde Energie, die mit Körper, Begierde und Vergänglichkeit verbunden ist. Die Werke von Verebics Ágnes schweben an der Grenze zwischen Sammeln und Selbstkenntnis: das eigene Museum der Seele, in dem jedes Objekt nur eine einzige Frage suggeriert; was bewahren wir in uns selbst, und was geben wir auf?
A megnyitó facebook eseménye: https://www.facebook.com/events/1340922970835909
A kiállítás december 17-ig tekinthető meg keddtől péntekig 10 és 14, szombaton 10 és 13 óra között.
Godot Galéria
1114 Budapest, Bartók Béla út 11-13.
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Verebics Ágnes
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